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Venezuela 2007
LA GRITA,
VENEZUELA
- An Bord der Präsidenten-Maschine legt ein grinsender Hugo Chavez seinen
Arm um Sean
Penn's Schulter, lobt seine Schauspielkunst und fügt hinzu: "Er ist gegen
Bush!" Der Präsident von VENEZUELA
chwelgt sichtlich in seiner Rolle als Gastgeber eines Hollywood-Stars, als
die beiden am letzten Freitag das Land überflogen und anschließend mit einem
Militärjeep, mit Chavez am Steuer und jubelnden Anhängern am Straßenrand,
durch die Landschaft Venezuelas fuhren.
Sean Penn
dagegen gab wenig von seinen Gedanken über
Venezuela
preis und sagt nur so viel, dass er als ein freischaffender Reporter in
dieses Land gekommen ist und sich sein Urteil für seinen journalistischen
Beitrag aufheben würde.
"Er ist ein
tapferer Mann," meinte Chavez, als er
Penn
den anwesenden Reportern und Honoratioren während des Flugs von Caracas ins
westliche Venezuela
vorstellte. "Er ist sehr ruhig, aber in ihm brennt ein Feuer".
Penn
ist der letzte in einer Reihe von US-Berühmtheiten, die Chavez in letzter
Zeit besuchten, wie Schauspieler Danny Glover, Sänger Harry Belafonte und
Friedensaktivistin Cindy Sheehan. Ermuntert durch die Unterhaltung mit
Penn
versäumte es der sozialistische Präsident nicht, die US-Regierung scharf für
"die Vernichtung der Welt" zu kritisieren und warnte vor gärenden
wirtschaftlichen Problemen indem er meinte, Washington sollte mehr für die
Armen tun. "Es könnte zu einer Revolution kommen - aber wir helfen ihnen.
Man muss den USA helfen, denn die USA werden implodieren."
Während der
venezulanische Tiuna-Jeep durch Felder mit Kartoffeln, Mais und Salat fuhr,
musste sich Chavez den Kopf verrenken, um mit
Penn
zu reden, der sich das Spektakel auf dem Rücksitz des Wagens, versteckt
hinter einer Sonnenbrille, ansah. Penns Star-Power wurde aber bei weitem von
Chavez übertroffen, der fahnenschwenkenden Bewunderern zuhupte und anhielt,
um kleine Kinder zu küssen und schreiende Frauen zu umarmen. Am Ende des
Trips besuchten Chavez und Penn,
gekleidet in weiße Laborkittel, ein landwirtschaftliches Forschungsinstitut.
Gegner von
Chavez hatten Penns Besuch kritisiert. Sie waren der Auffassung, dass der
Hollywood-Star nur für politische Zwecke missbraucht würde. Allerdings stand
Sean Penn
während einer Rede Chavez auf Distanz zum Präsidenten im Publikum um machte
sich nur ab und zu Notizen. Er sprach nur dann wenn Chavez ihn dazu
aufforderte, ein paar Worte zu sagen.
"Ich kam hierher
um mir ein großartiges Land anzusehen - und ich fand ein großartiges Land,"
meinte
Penn. "Ich bin hier als
Journalist und ich schulde es diesem Medium, mit meiner Meinung so lange zu
warten, bis ich mir eine Übersicht geschaffen und alle Fakten geprüft habe
und bis meine Reise hier zu Ende gegangen ist." Er dankte Chavez für den
Besuch.
Der Präsident
lobte
Penn
als "einen Imperialisten, der kritisch mit seiner Regierung umgeht".
Anlässlich einer
von Chavez vielen Reisepausen meinte
Penn: "Ich bin wie jeder nur
hier, um zu begreifen." (...) | |