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Der 11. September und die Folgen - Mystic River und der Oscar - Die Wildnis ruft

 

'Ich wuchs in einem Land mit einer furchtgeprägten Religion und einer korrupten Regierung auf, in dem die gesamte weiße Bevölkerung auf gestohlenem Besitztum lebt 
für das sie gemordet hat und den sie von Generation zu Generation weitergibt.'

Aber nicht nur im schauspielerischen Bereich verhielt sich Sean Penn kontrovers und erntete mit seinen Aussagen nicht nur Applaus unter den Kollegen.
Als sich im Jahre 2002 abzeichnete, dass die USA über kurz oder lang gegen den Irak Krieg führen würden, begann Sean Penn, obwohl keiner Partei angehörig, sich einzumischen und Stellung zu beziehen - auf seine Art eben.
Großes Aufsehen erregte er im Oktober 2002 mit einer selbst finanzierten Anzeigenseite in der Washington Post, in der er seinen Präsidenten aufforderte, es doch in Bezug auf die Kriegspläne etwas langsamer angehen zu lassen und auch nicht mit harten Worten sparte (siehe Washington-Post-Text oder Original-Anzeige als GIF) . Sehr zum Missfallen von verschiedenen Kollegen, Journalisten und Bush-Anhängern. Sean Penn begann - abseits aller politischen Hintergründe - sich für das Land Irak zu interessieren und stattete ihm sogar zwei Besuche ab.
Ausführliche Informationen zu Sean Penn und dem Irak findet ihr hier.

Sean Penn in einem irakischen Krankenhaus, Dezember 2002

 

 

'Wenn die Hauptaussage eines Filmes ist, dass es ok ist, Leute umzubringen, nur weil man einen
Waschbrettbauch hat, dann muss ich wohl passen.' 
 

Die Plätze sind schon reserviert .... Oscar-Vorbereitung 2004

 

Nachdem Sean Penn dann als Regisseur einen Beitrag für den Dokumentarfilm 11'09''01 - 11. September drehte schien es, als würde die Politik endgültig seine Arbeit bestimmen. Aber weit gefehlt. Sean Penn fuhr unbeirrt fort, außergewöhnliche Rollen in außergewöhnlichen Filmen zu spielen.
An der Seite von Tim Robbins und Kevin Bacon spielte er im Jahr 2004 Jimmy Markum in dem Clint Eastwood Film Mystic River. Verdienterweise wurde er für diese Rolle mit dem Golden Globe und endlich auch dem Oscar belohnt. Überraschenderweise nahm er an dieser Oscar-Verleihung sogar teil (aus Respekt vor Clint Eastwood, so ist überliefert).

 

 

 

Es folgte der zu Recht hochgelobte Film '21 Gramm'. An der Seite von Naomi Watts und Benicio del Toro spielt Sean Penn einen Mann, der sich nach einer Herztransplantation auf die Suche nach dem Spender macht ... Für Alejandro Gonzalez Iñárritus verstörenden Film erhielt Sean Penn zum zweitenmal in seiner Karriere den 'Coppa Volpi' der Festspiele von Venedig - siehe hierzu auch AUSZEICHNUNGEN).

Regisseur Inárritu erinnert sich gerne an die professionelle Zusammenarbeit mit Sean Penn: 'Ninety-eight per cent of his work is so well done, that even his bad takes are, I will say, betten than the average good takes of any actor. (...) He has the intuition, he can smell what you want.'

Anschließend drehte Sean Penn den leider wenig beachteten aber nicht minder ausgezeichneten Film The Assassination of Richard Nixon, für dessen Verwirklichung er sich persönlich sehr einsetzte. Hier spielt er den privat und beruflich gescheiterten Sam Bicke, der sich nicht mit den Missachtungen abfinden will und ein blutiges Zeichen setzt ... Für viele Penn-Fans ist dies seine beste Rolle (bis zu diesem Zeitpunkt).

 

 


 

'Sollte ich einmal in der Lotterie gewinnen, würde ich drei bis vier Filme
alle vier, fünf Jahr drehen - anstatt nur einen. 
Und Zeit für die Schauspielerei würde dann keine mehr bleiben.'

Für Die Dolmetscherin an der Seite von Nicole Kidman und unter der Regie von Altmeister Sydney Pollack erhielt die Schauspielertruppe um Sean Penn erstmals in der Filmgeschichte das Privileg, im UN Gebäude von New York drehen zu können.

Mit All The King's Men folgte im Jahr 2004 ein weiteres Mamutprojekt an der Seite einer großartigen Schauspielergilde mit Jude Law, Kate Winslet, Anthony Hopkins, Mark Ruffalo, James Gandolfini, Patricia Clarkson und Kathy Baker. In diesem Remake von 1949 des Erfolgromans von Pulitzer-Preisträger Robert Penn Warren spielt Sean Penn den charismatische Südstaatenpolitiker "Boss" Willie Stark, der nach seinem spektakulären Aufstieg als Politiker einen ebenso tiefen Fall erlebt. Eine Rolle, die dem Hauptdarsteller auf den Leib geschrieben ist.

Die Dreharbeiten zu All The King's Men waren sehr anstrengend - und nach Drehschluss war - wieder einmal - von Sean Penn zu hören, dass nun Schluss sei mit der Schauspielerei - respektive, dass er zumindest eine längere Pause einlegen wolle ...Emile Hirsch und Sean Penn - Into the Wild

Also konnte er sich nun wieder auf seine "große Liebe" - die Regie - konzentrieren. Seit seinem letzten großen Projekt The Pledge waren immerhin schon fünf Jahre vergangen .... Und tatsächlich - Sean Penn stieg wieder auf den Regiestuhl und verfilmte ein Projekt, das ihm bereits seit 10 Jahren sehr am Herzen lag - John Krakauers Tatsachenroman Into the wild. Krakauers Roman wurde von Sean Penn adaptiert und im Frühjahr/Sommer 2006 mit Emile Hirsch in der Hauptrolle verfilmt. Der Film kam Ende 2007 (in Deutschland Anfang 2008) in die Kinos und wurde - auch wenn es kein "Blockbuster" wurde - von Publikum und Kritikern begeistert gefeiert (siehe auch  Into the Wild Website).

Trotz Sean Penns erneuter Beteuerungen, dass nun erst einmal Schluss sei mit der Schauspielerei drehte er nach der Fertigstellung von Into the wild und nach einem Cameo-Auftritt in What just happend den aufsehenerregenden Film MILK, in dem er Harvey Milk verkörpert. Milk war der erste Politiker in den USA, der sich zu seiner Homosexualität offen bekannte und bis zu seinem gewaltsamen Tod wesentlich dazu beigetragen hatte, die US-Gesellschaft nachhaltig zu verändern. (siehe auch  MILK).
Sean Penn verkörperte Harvey Milk mit einer seiner besten schauspielerischen Leistungen. Er überzeugt bei der Oscar-Verleihung 2009 auch die Academy und gewinnt den 2. Oscar seiner Karrriere (siehe hierzu auch Oscar 2009).

 

Nach MILK drehte Sean Penn Fair Game. In diesem Film spielt er den Ehemann von Naomi Watts, die eine CIA-Agentin verkörpert, deren Status vom Weißen Haus öffentlich gemacht wird, um ihren Mann zu diskreditieren. Neben Brad Pitt stand er außerdem für Tree of Life vor der Kamera, einem Drama um Kindheit und den Verlust sinnspendender Zusammenhänge während des Älterwerdens.

Außerdem spielt Sean Penn die Hauptrolle im Paolo Sorrentino Film This Must Be the Place. Weitere Filmprojekte wie The Gangster Squad und The Last Photograph werden in den nächsten Jahren folgen.

 

"This Must Be The Place"-Premiere in Cannes 2011: Director Paolo Sorrentino, Musician David Byrne, Sean Penn und Eve Hewson



 

"There are only 3 or 4 in each generation, the ones that define acting for 
themselves and redefine it for everybody else ..."

(Charles Bukowski)

 

 

 

 

 

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  Zu Teil IV - Sean Penn privat 

 

www.sean-penn.de